Mittwoch, 30. Mai 2012

Lust auf Kräuter und Grill

Kräuter sind Frühling, Würze und Frische. Sie haben für mich einen besonderen Reiz, wenn sie einen zusätzlichen Kontrast zu zartem Frühlingsgemüse bilden. Freuen Sie sich also auf ein spannendes Frühlingsmenü. Besonders schick: es eignet sich ganz hervorragend zum grillen. Alles was man braucht, lässt sich super vorbereiten. Im Garten heißt es dann nur noch "Feuer frei".

:: Kohlrabi-Kartoffelsalat
Quark, junges Gemüse und Salat sind ein Inbegriff der Frühlingsküche. Knapp gegarte Kohlrabi und Kartoffeln kommen noch warm unter den Quark, werden mit Kürbiskernöl beträufelt und zusammen mit Kirschtomaten, Friséesalat und Frühlingszwiebeln serviert.

Die Zutaten (6-8 Portionen): 350 g Kohlrabi; 500 g Kartoffeln; 4 EL Weißweinessig; weißer Pfeffer aus der Mühle; 250 g Magerquark; 100 ml Milch; 125 g Crème frâiche; 1 handvoll fein geschnittenen Koriander; 100 g Friséesalat; 1-2 Frühlingszwiebeln; 1 Bund Schnittlauch; 150 g Kirschtomaten; 2-3 EL Walnussöl; 4 EL Kürbiskernöl; 2 TL Paprika edelsüß
Zubereitung:
Kohlrabi und Kartoffeln schälen, in kleine Würfel schneiden und in Salzwasser ca. 10-12 Minuten bissfest garen. In der Zwischenzeit 3 EL Essig, Salz, Pfeffer, Quark, Milch, Koriander, Crème frâiche mischen und glatt rühren. Kartoffeln und Kohlrabi gut abtropfen lassen und noch warm mit dem Dressing vermischen. Wenn diese Mischung etwas zu trocken wird, geben wir noch etwas Walnussöl dazu.
Friséesalat waschen, putzen und trockenschleudern. Frühlingszwiebeln putzen, das weiße und hellgrüne in ganz feine Ringe schneiden, Schnittlauch waschen und trocken schleudern, ebenfalls in feine Röllchen schneiden. Tomaten halbieren, den Stielansatz entfernen. Den Friséesalat mit Salz, Pfeffer, restlichem Essig und Walnussöl anmachen.
Kartoffel-Kohlrabisalat auf Teller verteilen und mit Kürbiskernöl beträufeln und ganz zart mit Paprikapulver bestäuben. Den Friséesalat und die Kirschtomaten darum herum verteilen, Frühlingszwiebeln und Schnittlauch darüber streuen.
Dazu knabbern wir leckere Laugenbrezen.
Kohlrabi-Kartoffelsalat
 :: Mango und Mozzarella mit Zitronengras-Dip
Frische Mango in hauchdünnen Scheiben mit Büffelmozzarella geschichtet wird mit einem raffiniertem, frisch-scharfen Zitronengras-Chili-Dressing mariniert und mit gerösteten und gehackten Macadamia-Nüssen serviert. Hammer, liebe Grillfreunde. Das ist eine Aromabombe!

Die Zutaten (ca. 12 Portionen): 4 Stiele Zitronengras; 2 Limetten (am besten brasilianische); 3 TL brauner Zucker; 2-3 kleine, rote Chilischoten, 50 ml Walnussöl; 50 ml bestes Olivenöl; Salz; frisches Koriandergrün (1 Bund); 3 reife Mango (reif ist wichtig, auch wenn die dann ne Ecke teurer sind - und wer genau hinschaut,kauft die aus dem Fair Trade Handel!); 3 Büffelmozzarella à 200 g; 120-150 g gesalzene Macadamianüsse (Achtung: deshalb sind wir ansonsten eher sparsam mit dem Salz!)
Zubereitung:
Untere Enden vom Zitronengras ca. 1/2 cm abschneiden, bis alles holzige weg ist. Die holzigen 2-3 äußeren Blätter entfernen. Das übrige weiche und herrlich nach Zitrone duftende Innnere ganz fein in einen  Hauch von Scheiben schneiden. Die Limetten sehr heiß abwaschen, abtrocknen und anschließend mit dem Zestenreißer abschälen. Die Früchte auspressen, Saft mit Zitronengras und braunem Zucker mischen. Chilischoten aufschlitzen, entkernen und ganz fein schneiden. Dazu ein heißer Tipp: dabei sind Einmalhandschuhe eine echte Hilfe :-) Die Chiliwürfelchen, Walnuss- und Olivenöl zu der Limettenmarinade geben und noch ein wenig salzen. Korianderblätter sehr fein schneiden (nicht hacken, denn beim hacken "presst" man die so wichtigen ätherischen Öle heraus. Die landen dann auf dem Schneidbrett, statt im Essen) und unterheben.
Die Mangos schälen und in feinen  Scheiben vom Stein schneiden. Den Mozzarella leicht ausdrücken, evtl. noch etwas auf Küchenpapier abtrocknen lassen, dann in knapp 1 cm dünne Scheiben schneiden. Mango und Mozzarella dachziegelartig auf eine Platte schichten und mit dem gut durchgerührten Zitronengras-Dressing beträufeln. Die Macadamianüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie etwas Farbe bekommen. Dann klein hacken und darüber streuen.
Mango-Mozzarell mit Zitronengras-Dip
:: Zimtoast mit marinerten Erdbeeren und Vanillecreme
Süßes zum Abschluss! Hier eine ganz einfache aber sehr leckere Nachspeise. Heißer Zimt-Butter-Toast, serviert mit marinierten Erdbeeren und einer aufegschlagenen Vanillecreme.

Die Zutaten (für ca. 12 Personen): 2 kg reife Erdbeeren, 2 unbehandelte Bio-Orangen, 50 g Puderzucker (für die Erdbeeren). 150 g weiche Butter, 100 g Puderzucker, 2 TL Zimtpulver, 12 Scheiben Weizentoast (Toast). 2 Vanilleschoten, 1/2 l Schlagsahne, Salz, 50 g Zucker, 25 g Speisestärke, 4 Eigelb (Kl. L) (Creme)
Zubereitung:
Erdbeeren waschen, putzen, größere Früchte halbieren oder vierteln. Die Orangenschale mit dem Juliennereißer abziehen. Beide Früchte anschloeßend auspressen. Orangensaft mit Puderzucker und dem Abrieb mischen und unter die Erdbeeren mischen. Mit Folie abdecken und 2-3 Stunden im Kühlscharnk ziehen lassen.
Weiche Butter, Puderzucker und Zimt mit dem Rührgerät schaumig schlagen. Die Toastscheiben auf beiden Seiten damit bestreichen und auf den Backofenrost legen. Auf der 2 Einschubleiste von oben unter dem Grill auf jeder Seite 1/2 Minute braun rösten. Aber obacht! Das geht sehr schnell, also lieber dabei bleiben. Den Zimttoast mit den marinierten Erdbeeren und der Vanillecreme servieren.
Vanilleschoten aufschlitzen, Mark herauskratzen. Milch mit Sahne, einer Prise Salz, Vanillemark und -schoten sowie 50 g Zucker in einem Topf verrühren. Etwa 1/8 l davon mit Speisestärke, Eigelb und etwas Zucker gut verrühren.
Die Milch zum kochen bringen. die Vanilleschoten heraus nehmen. Die Eigelb-Stärke-Mischung mit dem Schneebesen mrasch in die heiße Milch rühren und unter ständigen Rühren noch mal leicht aufkochen lassen. Aufpassen mit der Temperatur, wenn's zu heiß wird, gerinnt das Eigelb und dann heißt es: von vorne, das Ganze :-)
Sauce durch ein feines Sieb gießen und kalt werden lassen.
Zimttoast mit marineirten Erdbeeren und Vanillecreme
FERTIG. Und das Beste: kann Mann oder Frau alles schon Morgens gemütlich zu Hause fertig machen und gut gekühlt am Abend ganz entspannt mit zur Grillparty tragen.
Und WO bleibt das Grillfleisch? Das gehört auch dazu, ja. In diesem Fall ganz einfach: Lachsrolle vom glücklichen Bioschwein. So viel, dass man pro Nase 2 Fingerdicke Scheiben schneiden kann. Eine Hälfte der Scheiben habe ich in eine Marinade aus feinstem Olivenöl, Salz, Pfeffer und jeder Menge fein geschnittenem Rosmarin eingelegt. Die andere Hälfte badete in einer Marinade aus Olivenöl, Zitronenzesten, einem Hauch Balsamico, Salz und Pfeffer. Dafür muss der Grill richtig gut durchgeheizt sein. Die Fleischscheiben dann von jeder Seite nur ganz kurz anbraten, fertig! Dazu gab es bei uns am Pfingstsamstag eine sehr aromatischen Rosé vom Gardasee, einen Garda Classico Chiaretto, DOC 2010. Ein leichter Rosé Wein, mit intensiven Düften von Rosen und reifer Melone und einem charakteristischem, leicht salzigen Anklang. Und der Abend wurde ganz entspannt.
Den Rosé gibt es bei uns im Webshop -->
Garda Chiaretto Classico von Redaelli de Zinis

Agnello con Gorgonzola, Lardo e Noci e Tiramisu al rabarbero

Agnello con Gorgonzola, Lardo e Noci
(Lammfilet mit Gorgonzola, Speck und Walnüssen)

Ein einfaches, aber fast göttliches Hauptgericht, dass schnell zubereitet ist. Klar, das lebt von besten Zutaten und dem richtigen Garpunkt beim Fleisch.
Pro Person ca. 120 g Lammfilet, soviele Scheiben Lardo, wie man zum einwickeln pro Person braucht,, 30-50 g Gorgonzola dolce, etwas frisch gehackte Walnüsse, Salz und frisch gemahlenen Pfeffer.
Fleisch salzen und pfeffern, dann mit dem Lardo fest einrollen. Etwas Olivenöl in der Pfanne erhitzen. Das Fleisch ganz kurz, aber scharf rundum anbraten. In eine Auflaufform legen (oder gleich eine ofenfeste Pfanne nehmen), mit den gehackten Nüssen bestreuen und dann den Gorgonzola darüber krümeln. Bei mittlerer Hitze ca. 7 Minuten in den Ofen geben, bis der Gorgonzola zerläuft. Das Fleisch sollte dann innen noch leicht rosa sein. Die Ofenzeit hängt von der Größe der Filets ab. Je kleiner, je kürzer...
Dazu sind Rosmarin-Kartoffeln, die aus rohen Kartoffeln knusprig gebraten werden, eine gute Wahl.

Als Getränk hatten wir eine sehr eleganten und komplexen Secolare Toscana I.G.T. Rosso 2007 http://la-casanova.eu/lieferanten/montalpruno/secolare.html


Tiramisu al rabarbero
(Rhabarber-Tiramisu)
Für 4-6 Personen: 500g Rhabarber, 70g feiner Zucker, 30ml Apfelsaft, gut 350g Mascarpone, 2 Blatt Gelatine, 2 Eigelb, 2 Eiweiß, etwas Vanillemark, eine Prise Zimt, ca. 20 Löffelbisquits.
Rhabarber waschen, schälen und in kleine Stücke schneiden. 1 EL Zucker im Topf karamelisieren(nicht zu dunkel werden lassen). Rhabarber zugeben und etwas anschwitzen, mit dem Apfelsaft ablöschen, leicht köcheln und dann abkühlen. Dann noch mit einem kleinen Schuss Dessertwein aromatisieren.
Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Eigelbe, Zucker, Vanille und etwas Zimt zusammen schaumig schlagen. Mascarpone zugeben und miteinander zu einer Creme verrühren. Die Gelatine leicht ausdrücken und dann vorsichtig erhitzen und auflösen (darf auf keinen Fall kochen!). Die aufgelöste Gelatine schnell unter die Masse rühren. Die Eiweiße fest schlagen und vorsichtig unterheben.
Eine Auflaufform mit den Löffelbisquits auslegen, den kalten Rhabarberkompott darauf verstreichen, dann die Mascarpone-Creme darüber geben. Mit Klarsichtfolie für ca. Stunden in den Kühlschrank stellen. Fertig ist ein sehr aromatisches, frisches und ganz wunderbares Tiramisu.

Ich habe diesen Dessertwein genommen: Vin Santo del Chianti 2001 http://la-casanova.eu/lieferanten/montalpruno/vin-santo.html

Impressionen aus Trieste Anfang März - Nacht-Bilder











Impressionen aus Trieste Anfang März - Tag-Bilder
































6. Olio Capitale Trieste

Freitag, 2., bis Montag, 5. März 2012

Die besten Olivenöle? Die waren während der Olio Capitale in Triest, Italien, "versammelt". 
Blick in die Messehallen
Und ich konnte dort sein, auf der weltweit einzigartigen Fachmesse für extra natives Olivenöl. Sehen, entdecken, probieren. Eine solche Vielfalt an Olivenölen hatte ich noch nie erlebt. Als ich am Freitag Mittag ankam, beschlichen mich doch ein paar Zweifel. Wie würde das gehen? Bei den vielen geplanten Besuchen von Herstellern musste ich ja auch viele verschiedene Öle probieren. Konnte ich das wirklich? Doch, konnte ich. Ganz toll war nämlich der erste Termin. Mitten in der Hauptmessehalle gab es die Oil Bar. Dort erklärten uns Profi Olivenölverkoster, wie man am besten Olivenöl verkostet. Und das war kein Theoriekurs. Wir haben eine Reihe wunderbarer Öle getestet. Dunkelblaue Becher (damit es eine Blindverkostung ist), etwas Öl hinein, dass man dann in der Handfläche auf Körpertemperatur anwärmt. Erst dann entwickelt jedes gute Öl seinen eigenen, speziellen Duft. Und dann kann man es wunderbar in kleinen Schlucken probieren. Vor dem nächsten Öl spült man mit stillem Wasser nach und ist ein kleines Stückchen frischen, säuerlichen Apfel. So konnte ich problemlos auch 20 Öle hintereinander testen.

Die Olio Capitale ist eine stark wachsende Fachmesse, dort werden die besten italienischen und internationalen Olivenöle präsentiert.
Während der Messetage kann man auch an der Olio Capitale-Kochschule teilnehmen. Das habe ich aber leider nicht gemacht, denn zum einen war mein Programm mit Besuchen von Herstellern randvoll, zum anderen war die Akustik in der Halle mit der Kochschule eine echte Katastrophe.
Mutig setzen die Veranstalter ausschließlich auf extra natives Olivenöl. Andere Lebensmittel werden nicht berücksichtigt. Damit grenzt sich die Messe gegen alle anderen Olivenölmessen klar ab. Ich fand das sehr gut, denn so war das einzige Kriterium für die Öle die Qualität, sonst nichts. Das Konzept scheint aufzugehen, dieses Jahr waren über 200 Produzenten dort.
Die Aussteller kamen aus allen Olivenöl produzierenden Regionen, von großen Produzenten bis zu kleinen Nischenanbietern. Vertreten waren die Regionen Abruzzen, Basilikata, Kalabrien, Kampanien, Emilia Romagna, Friaul Julisch Venetien, Latium, Ligurien, Lombardei, Marken, Molise, Apulien, Sardinien, Sizilien, Toskana, Trentino-Südtirol, Umbrien und Veneto. Neben den italienischen Spitzenolivenölen gab es auch einige Hersteller aus den benachbarten Ländern Slowenien und Kroatien.
Höhepunkt der drei Messetage ist natürlich der in seiner Art in Italien einzigartige Olio Capitale-Wettbewerb. Nach einer Vorauswahl von verschiedenen Ölsorten durch ein Experten-Panel werden die Öle von drei verschiedenen Jurys beurteilt: eine Profi-Verkosterjury, eine Jury professioneller Ölkonsumenten, z.B. Köche und Gastronomen, und eine Verbraucherjury. So wollen die Veranstalter einen Querschnitt des Olivenölmarkts mit seinen differenzierten Produkten und den unterschiedlichen Geschmacksvorlieben dieser drei Verbrauchergruppen darstellen. Alle drei Jury-Urteile bestimmten am Ende die Sieger in den drei Wettbewerbskategorien "fruchtig leicht", "mittel" und "kräftig". Damit werden gleichzeitig auch die typischen extra nativen Qualitätsolivenöle aus dem Mittelmeerraum zur Geltung gebracht.
Ich habe mich 2,5 Tage durch die Olivenöl-Vielfalt probiert. Es gab mehr wunderbare Öle, als ich am Ende beschreiben kann! Da war ein ganz besonders mildes, schon fast säureloses, aber trotzdem sehr aromatisches Öl. Hergestellt von einem alten Ehepaar aus Palermo. Ihr bestes Öl entsteht, indem sie vor der mechanischen Kaltpressung die Kerne entfernen. So ist das Olivenöl sogar für Säuglinge oder Herzkranke geeignet. Und sie stellen Antipasti her, wie das wohl nur noch die typische italienische Nonna kann. Überrascht war ich dann an den Ständen von Apulien. BIsher hatte ich immer nur gehört, das man dort Masse statt Klasse herstellt. In der Region Apulien werden immerhin weit über 40% der gesamten Olivenöle Italiens hergestellt. Ich hatte Gelegenheit, mit Vetretern aus Andria Öl zu kosten. Die haben auf noch auf der Messe eine Genossenschaft gegündet, die künftig noch stärker auf Qualität bei der Ölproduktion achten wird, die aber auch dafür sorgen soll, dass man problemlos unterschiedliche Produkte von verschiedenen Herstellern en bloc bestellen kann. Eine gute Idee, sind es doch fast alles kleine Ölmühlen, die allein kaum eine Chance auf dem internationalen Markt hätten. Und zwar, weil sie eben Klasse statt Masse produzieren.
Auch die Öle aus Kalabrien haben mich begeistert, eine große Vielfalt. Und was vor allem in den Provinzen Kampanien, Molise, Apulien, Kalabrien und Sizilien auffiel: hier findet man eine ganze Menge uralter Olivenbaumarten, die nur noch dort wachsen. Eigentlich so etwas wie autochthone Olivensorten. Sie lassen sich auch nicht in anderen Regionen anpflanzen. So lernte ich viele Hersteller kennen, deren Bäume oft 1.000 Jahre alt sind, weit verstreut auf riesigen Ländereien vereinzelt wachsen. Riesige, knorrige alte Bäume. Jeder wird einzeln von Hand abgeerntet und danach werden die Oliven sofort in der eigenen Mühle verarbeitet. So entstehen Olivenöle mit Charakter, einzig, nicht artig. Manche sind so stark und so kräftig im Geschmack, dass man beim probieren kurz die Stimme "verliert".
Bioöle gab es in großer Zahl, aber nur einen alten Herrn, der ausschließlich native Oliven-Öle anbot, die Demeter zertifiziert waren. Großartige Olivenöle. Ich überlegte noch, ob ich die nicht in unser Sortiment nehmen sollte. Seinen Namen muss ich dennoch nicht verraten. Samstag Nachmittag wurde er während der Messe von einem Fernsehteam, wie viele andere auch, interviewt. Kurz danach trafen wir ihn wieder, er strahlte und konnte sein Glück nicht fassen. Innerhalb einer halben Stunde nach der Aussendung des Fernsehberichts hatte er seine gesamte Jahresproduktion verkauft. Diese Olivenöl wird wohl auch nächstes Jahr nur schwer zu bekommen sein - zu Recht, denn ob mit oder ohne Zertifikat, diese Bio-Öle waren topp.

Und dann fand ich am Stand von Maurizio Marino aus Ferla auf Sizilien (http://www.aziendamarino.it/) ein ganz besonderes Bio- Olivenöl. Fruchtig, intensiv, mit einem Duft, der das Wasser im Mund zusammen laufen lies. Und auch der Geschmack war so. Am Ende aber, beim Schlucken, blieb dieses wunderbare Öl einfach nur fruchtig, leicht mit nur ganz hinten spürbaren "Kratzern". Die jungen Leute stellen auch schöne Antipasti her, die Früchte und Gemüse stammen von ihrem eigenem Land und sie benutzen ausschließlich ihr eigenes Öl dazu. Außerdem kann man bei ihnen selbst geerntete Wildkräuter erwerben. Der Geruch des wilden Fenchels kommt mir beim Gedanken daran immer noch in die Nase. So intensiv und aromatisch habe ich ihn vorher nicht erlebt. Und dann noch die Überraschung überhaupt: Trüffelpralinen mit einer Olivenölcreme gefüllt. In Handarbeit zusammen mit einer kleinen Pasticceria hergestellt. Ich war skeptisch, aber habe probiert. Diese Trüffelchen sind einfach eine Klasse für sich. So lecker, so einzigartig. Die passen auch wunderbar zu einem guten Rotwein. Wir werden sie in unser Sortiment aufnehmen, so bald als möglich. Das Olivenöl aber auch. Denn ich lag richtig mit meiner Einschätzung. Kaum nach Hause zurück, erfuhr ich, dass genau diese wunderbare Bio-Olivenöl in der Kategorie "fruchtig-leicht" die Goldmedaille der Olio Capitale gewonnen hat.

Fazit: diese Reise hat sich allein schon wegen der unglaublichen Vielfalt bei den Olivenölen gelohnt. Aber auch wenn ich nur am späten Abend und früh am Morgen etwas von der Stadt sah: auch die Stadt Triest ist eine Reise wert. Wunderschöne Hafenstadt, irgendwie sieht es aus, wie Wien an der Adria. Und da muss man hin, im Dunkeln auf die Piazza dell' Unità. Komisch, dachte ich. Aber schau es dir an. Und dann bog ich am Samstag Abend auf dem Weg zum Essen auf den Platz ein. Eine unglaubliche Schönheit, wunderschöne alte Gebäude, alle sehr schön beleuchtet. Interesante Beleuchtung auch überall im Boden des riesigen freien Platzes. Und aucb der anderen Seite das Wasser des Hafens, in dem sich diese vielen Lichter spiegeln. Dazu ein Summen, ein Murmeln, Lachen, Bewegung. Ich denke, die gesamte Triester Jugend war an dem Abend auf dem Platz und in den angrenzenden Straßen. allein das ist schon einen Besuch wert. Die Bilder erzählen den Rest, hoffe ich.
Piazza dell'Unita

Was Sie über natives Olivenöl wissen sollten

:: Aufbewahrung / Lagerung
Kaltgepresstes, natives Olivenöl ist lichtempfindlich. Es sollte deshalb an einem kühlen, trockenem
Ort aufbewahrt werden. Wenn das Öl Licht oder sehr hohen Temperaturen ausgesetzt wird, beginnt der
Oxidationsprozess. Das verändert den Geschmack und das Aroma des Olivenöls. Kurze Lichteinwirkung
oder z.B. der Transport im aufgeheizten Auto im Sommer schaden dem Produkt aber nicht.

:: Lagertemperatur
Die ideale Temperatur um Lagern von nativem Olivenöl liegt zwischen 15-17°C. Es sollte im geschlossenem
Behälter lichtgeschützt gelagert werden.

:: Zu kalte Lagerung
Natives Olivenöl "flockt" schon bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, in der Regel bereits
zwischen 6° und 10°C. Das Öl wird beinahe fest und sieht "milchig" aus. Das passiert, weil sich bei
zu niedrigen Temperaturen Schwebstoffe bilden, die aus kleinen Eispartikeln bestehen. Das hat aber
keinen Einfluss auf die Qualität des Öls! Um das Öl wieder gebrauchsfähig zu machen, reicht es aus,
es wieder bei normaler Lagertemperatur zwischen 15-17°C aufzubewahren. Tipp: wenn es schnell gehen
soll, kann man die Flasche auch kurz in höchstens 40°C warmes Wasser tauchen.

:: Mindesthaltbarkeit und dann?
Normalerweise sind alle nativen Olivenöle mindestens 1,5 Jahre haltbar. Wenn Sie das Öl an einem kühlen,
trockenem und dunklen Ort aufbewahren, können Sie es auch noch Monate nach Ablauf des Mindesthaltbar-
keitsdatums (MHD) benutzen. Das MHD sagt Ihnen eigentlich nur, bis wann das Produkt "vorzugsweise" verwendet
werden sollte und wie lange der Hersteller für eine einwandfreie Qualität garantiert. Das MHD sagt
nichts über das tatsächliche Verfallsdatum aus.

:: "Kratzen im Hals" und Säuregehalt
Kratzen im Hals hat nichts mit dem Säuregehalt von nativem Olivenöl zu tun, was fälschlicherweise oft
verbreitet wird. Das Kratzen im Hals wird durch natürliche Polyphenole und Tocopherole hervorgerufen.
Dies sind starke, natürliche Antioxidantien, die unter anderem die Zellalterung und Oxidation in den
menschlichen KÖrperzellen wirksam reduzieren können.
Der Säuregehalt hängt vor allem vom Reifegrad der Oliven ab und kann nur durch spezifische chemische
Analysen bestimmt werden. Viele Produzenten machen inzwischen dazu Angaben auf dem Etikett. Allerdings
ist der Säuregehalt bei fast allen nativen Olivenölen sehr niedrig.

:: Der entscheidende Unterschied: Olivenöl und Keimöle
Alle Ölarten enthalten die gleiche Menge an Fett (99%) und liefern 9 kcal pro Gramm. Da Olivenöle aber
im Vergleich mit fast allen anderen Ölen am geschmackintensivsten sind, verwenden wir in der Regel
weniger Öl bei der Speisenzubereitung und sparen so Kalorien.
Olivenöl ist außerdem das am besten verdaulichste Öl. Im Gegensatz zu Sonnenblumenöl (83%), Erdnussöl (81%)
und Maiskeimöl (36%) ist Olivenöl zu 100% verdaulich.

:: Farbe und Qualität
Die Farbe von nativen Olivenölen ist sehr unterschiedlich, aber in der Regel kein Anzeichen für die
Qualität. Die Farbe hängt vor allem vom Erntezeitpunkt, dem Reifegrad der Olivenfrüchte und der
Olivenart ab. So kann das Olivenöl ganz verschiedenen Farbtöne annehmen, die von goldgelb bis hin
zu einem intensiven Dunkelgrün reichen.
Aber Achtung: wenn das Olivenöl orangefarbene Reflexe zeigt, sollten Sie es nicht kaufen bzw. benutzen.
Dieser Frabton ist ein Zeichen für Oxidation. Das Öl kann dann bereits verdorben sein und wurde nicht
lichtgeschützt gelagert.

:: Verarbeitungstemperatur und Rauchpunkt
Wie heiß darf Olivenöl werden? Darüber "geistern" viele falsche und abenteuerliche Meinungen herum.
Tatsächlich weist Olivenöl eine höhere kristische Temperatur auf, als die meisten anderen Fette wie
z.B. Butter, Margarine und Keimöle. Dabei entspricht der sogenannte Rauschpunkt der Maximaltemperatur,
die ein Öl erreichen darf, bevor gesundheitsschädliche Substanzen entstehen.
Temperaturen häufig in der Küche verwendeter Öle und Fette:
Olivenöl - 210°C
Schmalz und Kokosfett - 180°C
Sonnenblumenöl - 170°C
Erdnussöl - 160°C
Margarine - 150°C
Butter - 110°C

Principe - Olio extra vergine di Oliva Biologico

Principe - Olio extra vergine di Oliva Biologico

Die Azienda Agrobiologica di Marino Maurizio wurde 2004 gegründet und ist ein Familienbetrieb.
6 Hektar bepflanzt mit ca. 1.000 Olivenbäumen der uralten sizilianischen Sorten "Tondo Iblea" (90%) und 10% der Sorte "Marmuriga". Etwa 400 Bäume sind bis zu 1.000 Jahre alt, die anderen sind bereits mehrere hundert Jahre alt.
Kleinere Teile des Landes werden für die Produktion von Kräutern (Oregano, Lorbeer, Rosmarin und wildem Fenchel genutzt.
Der Hof gehört zum Ort Ferla, ein kleines Dorf mit 2.500 Einwohnern in der Provinz Siracusa, auf einer Anhöhe von 560 m über dem Meeresspiegel gelegen. Das Klima ist frisch und gesund.

Hier ensteht in streng biologischer Produktion ein Olivenöl der Extraklasse. Kaltgepresst, rein und von absoluter Topqualität. Von Beginn an erhielt Maurizio Marino und seine Familie zahlreiche wichtige Auszeichnungen für sein Olivenöl "Principe" (der Prinz). Eigentlich eine kleine Untertreibung, denn dieses Öl ist eher königlich zu nennen.

Ein Blick auf die Auszeichnungen aus dem aktuellen Jahr 2012 sagt eigentlich alles über dieses Olivenöl:

Drei Blätter (das Maximum) auf dem Wegweiser zu den besten Olivenölen extra vergine von Gambero Rosso Italien

1. Platz (Goldmedaille) in der Kategorie "Leichte, fruchtige native Olivenöle bei der 6. "Olio Capitale" in Triest

Auszeichnung für bestes extra nativen Olivenöle IOO% - italienisches Olivenöl

Olio "Principe" im "Leitfaden Extravergini" von Slow Food veröffentlicht

Award des 11. International Olive Oil Award - Zurich 2012

Bronze Medaille bei der 10. International Olive Oil Competition "Sol D'Oro" - Verona

0,75l Flasche: 14,50 € (= 19,33 / 1 Liter)
 

Principe di Cioccolato

Principe di Cioccolato
Pralinen mit Olio extra vergine di Oliva

Pralinen mit Olivenöl? Neugierig wie ich bin, habe ich probiert. Johann Lafer hat mal ein besonders gelungenes Dessert als "Gaumensex" beschrieben. Den bekommen Sie hier jetzt und exklusiv in kleiner Dosierung.
Handgemachte Pralinen vom Allerfeinsten (Und die gibt es wirklich nur so lange der Vorrat reicht).

Zutaten: Zartbitterschokolade, Milchschoklade, Olio extra vergine d'oliva biologico, Mandeln, Zucker, Weizenmehl.
Keine Konservierungsstoffe, keine Farbstoffe, keine künstlichen Aromen oder Farbstoffe.

6 Stück in einer transparenten Geschenkverpackung
7,00 Euro