Mittwoch, 29. August 2012

Gebratene Parmesan-Brioches mit sardischem Ziegenkäse und sautierten Tomaten

Das kennen sicher noch viele aus ihrer Kindheit: "arme Ritter". Weißbrotscheiben, in Milch und Ei getunkt und dann in heißer Butter ausgebacken. Zimt und Zucker drüber, fertig ist ein leckerer Nachtisch. Gestern war bei mir die herzhaft-pikante italienische Variante dran. Ein schlichtes Rezept, das von der Qualität seiner Zutaten lebt.
Ein gut gereifter sardischer Ziegenkäse gibt diesem Gericht etwas sahniges, ein zartes Aroma und dazu einen leicht säuerlichen Einschlag, der wiederum wunderbar mit der Süße der jetzt hochreifen Tomaten harmoniert. Das Brioche Brot habe ich selbst gemacht und das empfehle ich Euch auch beim nachkochen.

Und so wird's gemacht.

:: Briocheteig
Zutaten für ein Brot oder ca. 12 kleine Brioches: 20 g frische Hefe, 2 EL Milch, 450 g feines Weizenmehl, 1 TL Salz, 2 Prisen Zucker, 4 Eier, ca. 100 g weiche Butter und 1 mit Milch verschlagenes Ei (zum glasieren).
Zubereitung: Hefe in der Milch auflösen, das Mehl mit Salz und Zucker in einer großen Schüssel mischen. Die Eier mit der aufgelösten Hefe verquirlen und in die Schüssel mit dem Mehl geben. Alles gut mischen und dann mit der Hand ca. 2-3 Minuten gut druchkneten, bis ein weicher Teig enstanden ist. Dann die weiche Butter nach und nach in kleinen Stücken mit den Händen einarbeiten. So lange kneten und Butter zugegeben, bis der Teig schön geschmeidig und leicht klebrig ist. Das dauert so etwa 10 Minuten. Daraus einen Teigklos formen, in Frischhaltefolie wickeln und für 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
Dann den gut gekühlten Teig entweder zu einem Laib formen und in eine gut gebutterte Kastenform legen oder mit dem Messer in 12 Stücke schneiden, zu kleinen Kugeln formen und in gebutterte kleine Formen legen. Diese Teigmasse(n) sollen dann an einem warmen Ort ca. 30-40 Minuten gehen. Der Teig sollte etwa das doppelte seines ursprünglichen Volumens haben.
Den Backofen auf 200° C vorheizen. Die Teigoberfläche inzwischen mit der Eiermilch bepinseln. Dann ab in den Ofen. Die kleinen Brioches müssen ca. 20 Minuten backen, der ganze Laib braucht etwa 35 Minuten. Danach aus dem Ofen holen und zum abkühlen auf ein Kuchengitter stürzen. Den Ofen bitte anlassen, den brauchen wir gleich noch. Für dieses Gericht habe ich einen Laib gebacken, denn Brotscheiben lassen sich besser weiter verarbeiten.

Während der Teig im Ofen ist, kann man gut die Tomaten und den Ziegenkäse vorbereiten.

:: Sautierte Tomaten
Zutaten: 2-3 EL bestes Olivenöl, 2 Knoblauchzehen - fein gehackt, 450 g reife Eiertomaten (rote und gelbe - das Auge ist ja mit...), 2 EL fein geschnittener frischer Oregano, 2 verschlagene Eier, 100 ml Milch, 75 g frsich geriebener Parmesan, frisch geriebene Muskatnuss, 6 Scheiben vom Brioche-Brot - gut daumendick geschnitten, in Scheiben geschnittener Ziegenkäse, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, grobe Semmelbrösel.
Zubereitung: Die Tomaten waschen, abtrocknen und in vierteln. Olivenöl im Topf erhitzen (z.B. Fonte del Moro aus den Abbruzzen), Knoblauch zugeben und leicht anrösten. Mit einer Prise Zucker bestäuben und leicht karamelisieren lassen. Dann die Tomatenviertel zugeben und anbraten, bis sie weich werden. Den Ofen ganz runter stellen, so dass die Tomaten nur warm bleiben, aber nicht mehr weiter kochen! Mit Salz und Pfeffer würzen und den frischen Oregano unter mischen.

:: Gebratene Parmesan-Brioches  
Dann Eier, Milch, Muskatnuss, Salz und Pfeffer miteinander verquirlen. Den geriebenen Parmesan mit ein wenig Semmelbröseln vermischen. Es soll auf alle Fälle mehr Parmesan als Brotkrume sein. Die Briochescheiben mit beiden Seiten kurz in die Gewürzmilch tunken. Aufpassen! Kurz bedeutet hier wirklich kurz. Dieses feine Brot saugt die Milch ganz schnell auf. Und nur ein Tick zuviel und man hat nur noch Brot-Matsch. Diese getunkten Brotscheiben mit beiden Seiten in die Parmesan-Semmlebröselmischung legen, leicht andrücken, damit die Panade gut anhaftet. Olivenöl in der Pfanne erhitzen und die Briochescheiben von beiden Seiten goldbraum backen. Die fertig gebackenen Scheiben auf ein Blech mit Backpapier legen, dann mit den Ziegenkäsescheiben belegen und noch für ein paar Minuten in den Ofen. Der Käse soll schön zerlaufen und leicht gebräunt sein. Ich habe dazu den CUOR D'OR DI CAPRA genommen. Tipp: wer keinen Ziegenkäse hat oder mag, kann alternativ auch Taleggio nehmen.
Je eine Scheibe Parmesan-Brioche auf den Teller, 2-3 Löffel sautierte Tomaten dazu, fertig! Ehrlich, das ist saulecker und macht richtig gut satt. Für's Auge habe ich das Ganze noch ganz fein mit Olivenöl besprüht. Sieht gut aus und gibt noch einen Tick mehr Geschmack.

Den Rest vom Brioche kann man übrigens noch gut am nächsten Morgen ganz nach Geschmack belegt zum Frühstück genießen. Dann ist es immer noch schön fluffig und schmeckt sowohl mit Käse oder Wurst als auch mit Honig oder Marmelade!
Als Getränk empfehle ich dazu einen Bianco di Baal, einen Blend aus 60% Fiano, 20% Malvasia und 20% Trebbiano. Frisch und knackig, genau richtig im Sommer. Kommt aus Kampanien aus der Casa di Baal.

Montag, 20. August 2012

Frittelle di zucchine con porri e insalata di pomodori con fave e menta - Zucchini Puffer mit Lauch und Tomatensalat mit dicken Bohnen und Minze

Es ist gerade Zucchini "Hochzeit", also höchste Zeit, die Massen, die in diesem Jahr so schnell heranwachsen, in der Küche kreativ einzusetzen. Aber es ist auch heiß und da sind heiß in der Pfanne gebackene Pufferchen allein auch nicht so das ideale.
Deshalb habe ich mich auch am Freitag Abend für diese Fritelle entschieden. Aber der Reihe nach. Es sollte ja ein leichtes, sommerliches Menü werden. Also auch noch mit Vorspeise und von einem frischen Dessert gekrönt.

:: Die Vorspeise: 6 Sorten Sardischer Käse, Olive verdi dolci aus Sizilien und hausgemachter Brombeergelee mit Rosmarin, frisches Ciabatta
Das ist die denkbar einfachste Vorspeise überhaupt, vorausgesetzt, man war fleissig und hat die  Brombeeren gepflückt, entsaftet und zu besagtem Gelee verarbeitet. Mehr zum Thema Gelees und Konfitüren (z.B. Erdbeerkonfitüre mit Chili) demnächst.
Ansonsten: von jeder Käsesorte einfach ein Scheibchen (ja, das reicht wirklich) abschneiden. Wir hatten die Sorten Pecorino Sardo Dolce (jung, mild, cremig), Giglio Sardo Bio (etwas fester und kräftiger im Geschmack), Pecorino Sardo Maturo (6-8 Monate gereift, leicht bröckelig, sehr kräftig), BrebiBlù Bio (ein Blauschimmel mit Wildkräutern) und Bios, ein schmelzender, cremiger Bio-Camenbert. Bis dahin alles Schafskäse. Und die besten Schafskäsemacher kommen von Sardinien. Ergänzt wurde diese Schafsrunde durch Cuor d'Or di Capra, einem feinem, milden und aromatischen Ziegenkäse. Diese wunderbaren Käsesorten haben wir derzeit im Programm und der Freitag Abend war der Geschmackstest. Wir waren ja begeistert, aber die Kunden? Dazu hatten wir noch feine, marinierte  "Tonda Iblea" und "Nocellara dell'Etna" Oliven mit Knoblauch, Minze, Weinessig und Extra Nativen Olivenöl. Als besonderen Clou gab es hausgemachten Brombeergelee dazu, der mit frisch geschnittenem Rosmarin aromatisiert war. Ob das geschmeckt hat? Die Tellerchen waren leer, kein Käse, keine Olive und kein Gelee mehr übrig.
Den sardischen Käse gibt es noch bei uns im Shop: Sardischer Käse

BrebiBlù

 
:: Zucchini Puffer mit Lauch und Tomatensalat mit dicken Bohnen und Minze
Zutaten für 12 Personen: 1 kg junge Zucchini, 2 Stangen Lauch, 2 rote Chilischoten, 200 gr. getrocknete Tomaten, 4 Zweige Thymian, 4 Knoblauchzehen, 4 Eier Größe S, 180 gr geriebener Parmesan, 300 gr. blanchierte dicke grüne Bohnen, 5-6 Romatomaten, 2 Minzezweige, 4 TL Zitronensaft, Salz, Pfeffer, bestes Olivenöl, etwas Mehl.
Zubereitung: Für den Salat die getrockneten Tomaten fein schneiden, das Olivenöl in einer Kasserolle erhitzen. Die Bohnen zusammen mit den geschnittenen Tomaten kräftig anbraten, vom Ofen nehmen und noch etwas Olivenöl und den Zitronensaft untermischen. Sehr kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Das soll auch für die frischen Tomaten reichen! Die schneiden wir jetzt in kleine Würfel. Die Minze ebenfalls in ganz feine Streifen schneiden. Zusammen mit den frischen Tomatenwürfeln unter die Bohnensalsa mischen. Und noch für 1 -2 Stunden in den Kühlschrank.
Für die Puffer den Lauch in feine Ringe schneiden und waschen. Trocken schleudern und dann zusammen mit dem klein gehackten Knoblauch in Olivenöl kräftig anbraten. Den klein geschnittenen Chili ebenfalls mit hinein geben. Zum Schluss Thymian waschen, trocken schütteln und die Blättchen abzupfen und noch kurz mitdünsten. Diese Masse unbedingt abkühlen lassen!
In der Zwischenzeit die Zucchini, waschen, putzen und fein raspeln (ein hoch auf eine gute Küchenmaschine...). Die geraspelten Zucchini unbedingt super fest ausdrücken. Ich nehme dazu einfach einen Klumpen geraspelte Zucchini in die hand, als wollte ich einen Schneeball formen, und dann: pressen, bis kein Wasser mehr kommt. Naja, mühsam, aber das lohnt sich bei der weiteren Verarbeitung! Die Zucchini zunächst mit ca. 2-300 gr. Mehl bestäuben, dann mit dem Lauchgemüse, den Eiern und dem Käse verrühren. Noch etwas Salz dazugeben. Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und aus der Masse mit einem Esslöffel kleine Mengen abnehmen und damit schön kleine Püfferchen ins heiße Öl setzen. Die Hitze sofort reduzieren. Dann nach und nach die gesamte Zucchinimasse bei schwacher bis mittlerer Hitze auf jeder Seite ca. 3-4 Minuten braten. Sie sollten schön braun werden. Aber aufpassen. Auf keinen Fall die Pfanne zu heiß werden lassen. Diese Puffer brennen durch den Käse sonst ganz schnell an. Und weil es deshalb etwas dauert mit dem brutzeln, empfehle ich: Backofen auf ca. 70° C stellen und die fertigen Puffer darin warm halten.
Zusammen mit dem kühlen Salat servieren. Die Fritelle sollen noch gut warm, aber nicht heiß sein. Am leckersten ist: ein Stückchen Puffer mit etwas Salat garnieren und langsam im Mund zergehen lassen. Jamjam :-)
Zucchini-Lauch-Puffer


:: Limoncello Tiramisu
Ein Dessert das extra für heiße Sommertage erfunden wurde.
Zutaten: 250 gr Löffelbisquits, 2 Eigelbe, 2 Eiweiße, 500 gr Mascarpone, 2 Biozitronen, Feinzucker, etwas Vanille, Limoncello
Und so wird's gemacht: Die Zitronenschale fein abreiben, den Saft auspressen. Zitronen, Zitronenabrieb, 3-4 Esslöffel kaltes Wasser und 4-6 cl Limoncello gut miteinander verrühren. Die Bisquits auf dem Boden einer 20x30 cm Schale auslegen, mit einem Pinsel das Limoncellogemisch auftupfen. Aber nur so, dass sie die Flüssigkeit gut aufgenommen, aber nicht matschig geworden sind! Die restliche Limoncello Marinade (es dürfte ca. die Hälfte übrig sein) in einem kleinen Topf vorsichtig erwärmen. Nicht kochen! Inzwischen 2 Blatt Gelatine in kaltem einweichen, ausdrücken und im warmen Limoncello auflösen.
Während dessen die Eier trennen. Die Eigelbe zusammen mit etwas Zucker und einem Hauch Vanille cremig aufschlagen. Am besten mit der Maschine und so lange schlagen, bis eine fast weiße, cremige Masse entsteht. Dann den Mascarpone löffelweise langsam unter die Eigelbmasse ziehen. Wenn das fein verrührt ist, langsam, am besten Tropfenweise, die Limoncello-Gelatine Masse unterziehen. Dann die Eiweiße mit etwas Feinzucker zu festem Eischnee aufschlagen und ebenfalls unterziehen. Den Eischnee unbedingt mit einem Schneebesen von Hand vorsichtig unterheben. Die fertige Creme dann gleichmäßig auf den getränkten Bisquits verteilen. Mit Klarsichtfolie abdecken und für 2-3 Stunden in den Kühlschrank.
Hier gibt es drei wichtige Dinge zu beachten: die Eier müssen frisch sein, frischer als frisch ist noch besser. Die Eigelbe mit dem Zucker lieber etwas länger in der Küchenmaschine aufschlagen. Dann gelingt es auch, eine wunderbar fein-cremige Masse zu machen. Und geschlagenes Eiweiß immer mit der Hand und dem Schneebesen unterziehen. Auch wenn die maschine lockt: das ist und bleibt Handarbeit.
Das die Zitronen Bioware sind, ist selbstverständlich, denn für dieses wunderbar erfrischende Dessert brauchen wir unbedingt auch die abgeriebene Schale. Als Limoncello empfehle ich den sehr aromatischen, eher zitronig-herben "Liquore Limoncel" aus der Distelleria Bertagnoli Limoncello "Liquore Limoncel"

Samstag, 11. August 2012

Playdoyer für die eigene Ernte

   oder 
:: Rote Beete Carpaccio mit Büffel-Mozzarella und gerösteten 
    Kürbiskernen 
:: Pecorino Sardo Maturo und Brombeergelee mit Rosmarin 

War das grade ein Erlebnis! Und dabei habe ich mich Heute Morgen fast noch ein wenig geärgert. Donnerstag habe ich frische Rote Beete bei der Schwiegermama im Garten geerntet. 
Bis dahin steckt ja schon viel Arbeit drin. Aussähen, pikieren, versetzen. Wenn's zu trocken ist, Wasser schleppen und gießen. Das Ganze natürlich ohne Chemie oder künstliche Dünger. Natur pur. Die Ernte kann man hier vernachlässigen, die Knollen lassen sich baby-leicht aus der Erde ziehen. 
Dann wird es schon lustig. Blätter und Wurzelstrunk abschneiden - eigentlich einfach. Aber Obacht: wer das nicht aufpasst, hat für ein paar Tage rote Finger. Dann nach Hause damit, in kaltem Wasser gründlich mit der Gemüsebürste säubern. Samt Schale ab in den großen Topf mit Wasser. Zum kochen bringen und dann - je nach Größe - mindestens 20 Minuten gar köcheln. Abkühlen lassen und dann Einmalhandschuhe an und schälen. Das war zwischendurch am Donnerstag Morgen eine fröhliche Beschäftigung. 
Immerhin, weder Hände noch Kleidung hatten Rote Beete Saft abbekommen. Beim schälen überkamen mich erste Zweifel. Denn da war er, dieser leicht erdige Geruch. Genau der, der der Grund dafür ist, dass so viele Menschen keine Rote Beete mögen. 
Und dann war ich Heute Morgen noch eben einkaufen. Gemüseabteilung Bio-Discounter. Im vorbeigehen sehe ich als erstes: Rote Beete, fertig gegart, geschält, vakuumverpackt. 500 gr 1,49 €. Uups, dachte ich. Wie blöd, wenn die roten Knollen aus dem Garten jetzt nicht besser schmecken. 

:: Rote Beete Carpaccio mit Büffel-Mozzarella und gerösteten Kürbiskernen 
Damit man einen echten Unterschied rausschmecken kann, entscheide ich mich also für ein Carpaccio von der Roten Beete, gekrönt von Büffelmozzarella. Aber der Reihe nach. 
Zutaten für 2 Personen: 4 fertig gegarte Rote Beete (ca. 500 gr), 1 Büffelmozzarella (250 gr), 1 Bund frischer Schnittlauch, ca. 8 Esslöffel feinstes Olivenöl (da der Mozzaralle aus Kampanien kam, haben wir auch das Öl von  L'Oliveto - Casa di Baal von dort dafür benutzt), Fleur de Sel, frisch gemahlener Pfeffer, ein ordentlicher Schuss Balsamico, Kürbiskerne. 

Zubereitung: die Kürbiskerne in einer Pfanne anrösten. Sie sollten eine leichte Brauntönung annehmen (Aufpassen, kurz danach kommt wieder schwarz = verbrannt). Das Olivenöl, den Balsamico zusammen mit dem Salz, Pfeffer und etwa der Hälfte des fein geschnittenen Schnittlauchs (ziemlich viel "schnitt" hier) mit dem Schneebesen cremig aufschlagen. 2 Teller damit ausstreichen. 

Die Rote Beete hauchdünn aufschneiden und dicht nebeneinander in der Vinaigrette verteilen. Mit Viniagrette beträufeln und weiter schichten, bis die Rote Beete aufgebraucht ist. Den Mozzarella abtropfen lassen und leicht ausdrücken. In kleine Stückchen zupfen und je einen halben Käse auf die Teller verteilen. Mit dem restlichen Schnittlauch bestreuen und das Ganze nochmals mit der Vinaigrette beträufeln. Zum Schluss die gerösteten Pinienkerne drüber streuen und servieren. Dazu passt frisch gebackenes Ciabatta. 

Schon der erste Bissen war eine Offenbarung. Rote Beete vom feinsten! Sie schmeckten fein, intensiv fruchtig - von erdig nicht ein Hauch. Zusammen mit dem Olivenöl, dem Balsamico, Schnittlauch und dem Büffelmozzarella ein echter Gaumenschmaus. Intensiv-fruchtige Knollen mit Biss, weicher Käse, knuspernde Kürbiskerne die ein schönes Röstaroma beisteuern. Und immer der feine Fruchtgeschmack dieser gerade geernteten Rote Beete angenehm im Vordergrund. Dafür hat sich der Aufwand gelohnt. Welch ein Unterschied. Wenn Ihr also mal an selbst gezogene Rote Beete kommt, die so im Garten herangewachsen sind - unbedingt ausprobieren!

:: Pecorino Sardo Maturo und Brombeergelee mit Rosmarin 
Es war so eine Idee. Letztes Wochenende haben wir es ausgetestet und die Grundlage geschaffen. Brombeeren aus dem Garten entsaftet. Daraus haben wir eine ganz normalen Brombeergelee gekocht. Der extravagante Tick kam am Ende. Nach dem Kochen haben wir ganz fein gehackten frischen Rosmarin in die heiße Masse gegeben, in die Gläser gefüllt, fertig. Ob da die Mischung stimmt, konnten wir erst wirklich feststellen, nachdem der Gelee ganz erkaltet war. Auf Brot fanden wir das schon sehr gelungen. Heute musste da noch einer oben drauf. Wir haben unseren sardischen Bio-Pecorino Sardo Maturo DOP (aus Bio-Schafsmilch hergestellt, länger gereift, kompakt, sehr aromatisch) mit diesem Brombeer-Rosmarin-Gelee als Dessert probiert. Ein Knaller, wirklich. 
Ein Stück Käse hauchdünn mit dem Gelee bestreichen und dann in kleinen Stücken abbeissen! Zuerst: Rosmarin, dann intensive Brombeerfrucht, dann das körnige Gefühl des gereiften Pecorino und sein feines, intensives Aroma. Und beim Kauen vermischt sich das alles ganz fein harmonisch zu einem rundum gelungenem Geschmackserlebnis, aber gleichzeitig auch zu einem äußerst angenehmen Mundgefühl. Auch dazu passt ein Stückchen Ciabatta. 
Aber ehrlich - in dem Fall gilt - das geht am besten ganz ohne Brot. Den Käse haben wir zur Zeit im Online Shop (Bio-Pecorino Sardo Maturo DOP). Super lecker, wie alle anderen sardischen Käsesorten auch. 

Als feine Begleitung gab es einen Rosato aus den Marken. Der passte zu beiden Gerichten, ergänzte dezent und war ein schöner Trinkspaß. Entscheidend aber war dieses Ergebnis der eigenen Ernte. Klar hat nicht jeder einen eigenen Garten. Aber der Bio-Landwirt oder Gemüsebauer um die Ecke hat ihren Besuch verdient. Das Ergebnis spricht einfach für sich. Vom Rosato gibt es noch ein paar Kistchen, ist jetzt im Sommer ein ungetrübtes Trinkvergnügen ("Grotte sul Mare" - Marche Rosato IGT)

Mittwoch, 8. August 2012

Neue kulinarische Leckereien im Casa Nova

Sizilianische Olivenöle der Kooperative Agrestis, reinsortig aus der Tondo Iblea hergestellt. Platz 1 und 2 beim Olio Award 2012 der Zeitschrift „Der Feinschmecker“:
Bell'Omio
Bell'Omio (Platz 1): "Agrestis Bell'Omio BIO” - Olio Extravergine da agricoltura biologica

Fiore D'Oro


und Fiore d'Oro DOP, "Agrestis Fiore d'oro DOP” - Olio Extravergine di oliva Dop Monti Iblei













Principe Olio
„Principe“ - das beste Olivenöl der Kategorie Mild-Fruchtig auf der Olio Capitale 2012 Maurizio Marino, Sizilien - "Principe" - Olio extra vergine di Oliva Biologico


Pralinen mit Olivenöl
und der Gaumenkitzler überhaupt: "Principe di Cioccololato" - Pralinen mit Olio extra vergine di Oliva "Principe di Cioccolato" - Pralinen mit Olio extra vergine di Oliva











* Fontana Rosa, Poste Locone und Fonte del Moro – flüssiges grünes Gold aus Apulien. Von der Aziende Agricole Ferrara in Foggia
Aziende Agricole Ferrara - Posta Loccone - Monocultivar Olio Oliva di Coratina
Posta Loccone
Fontana Rosa
Fonte del Moro, Aziende Agricole Ferrara




Brebiblu

* Sardischer Pecorino (mild oder mittelalt), BIOS – ein Biocamenbert aus Schafsmilch, Cuor D'Or di Capra (milder und ganz feiner Ziegenmilchkäse) und Brebiblu Biologico (ein cremig-feiner Blauschimmel aus Schafsmilch mit Genussgarantie)
Sardische Käseauswahl




* Tomatenextrakt, eingelegte Tondo Iblea Oliven, getrocknete Kirschtomaten, Artischokencreme und mehr. Sizilianische Sonne im Glas, alles von der Kooperative Agrestis aus Buccheri auf Sizilien.
Lassen Sie sich doch mal von diesen Gaumenkitzlern überraschen

Ciliegino Sfizioso

Carciofi

Estratto di pomodoro

Olive verdi piccante

Patè Piccantino

Panzanella - ein Sommerklassiker und als Dessert gebratene Aprikosen mit Ricotta-Stracciatella

Irgendwie ist es ja doch noch Sommer geworden. Da bietet es sich an, sich mal wieder den ganz einfachen, leichten und schnellen Genüssen zu widmen. Die, die vor allem von der Frische, Reife und der Qualität der Zutaten leben.
Dazu gehört auch ein Salatklassiker, der ursprünglich als Brotresteverwertung in der Toscana erfunden worden sein soll. Panzanella - Brotsalat. Meine erste Bekanntschaft damit war noch nicht so toll, da hatte die Küche wohl das Brot viel zu früh in viel zu viel Vinaigrette getunkt. Da war es matschig, das trübte den Genuss. Später habe ich den Panzanella oft für sommerliche Buffets zubereitet und das auch ohne matschiges Brot. Jetzt brachte mich der Sommer auf eine Idee, die ein "vermatschen" des Brotes garantiert verhindert. Aber der Reihe nach.

Zutaten: 1 Salatgurke, 1 Bund Gartenrucola (Freiland ist jetzt mit super Aroma zu haben), reife Tomaten, 1 frische rote Zwiebel, 1 frisch gebackenes Ciabatta (so wird's am schönsten, aber es geht natürlich auch mit dem Weißbrot von vorgestern..).
                                                        
Zubereitung:
Das Brot in Würfel schneiden, diese auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. Diese Brotwürfel so mit nativem Olivenöl beträufeln, dass die Brotwürfel schön benetzt sind. Dann ab in den auf 175° C vorgeheizten Ofen. Goldbraun und knusprig ausbacken. Dauert je nach Ofen und Brot 15-20 Minuten.
Während das Brot abkühlt, bereite ich die Vinaigrette zu. Feinstes Olivenöl, Balsamicoessig (wer es ganz frisch haben will, nimmt weißen) mit Fleur de Sel und frisch gemahlenem Pfeffer würzen und mit dem Schneebesen cremig aufschlagen. Ich bevorzuge dabei einen guten dunklen Balsamico, der gibt einfach mehr Geschmack und damit bekommt die Salatsoße eine schönere Konsistenz. Für diesen Salat sollte die Menge durchaus großzügig bemessen sein, damit alle Zutaten viel davon aufnehmen können, vor allem dass Brot.
Dann schälen wir die Gurke, entfernen deren Kerninneres und schneiden sie in kleine Würfel. Ab in die Schüssel. Den Rucola putzen und waschen, nach dem trocken schleudern auf gabelfertige Größe zerpflücken, auch in die Schüssel. Die Tomaten werden ebenfalls gewürfelt und zugegeben. Alles gut durchmischen und kurz vor dem servieren frisch geschnittenes Basilikum und das abgekühlte, mit Olivenöl geröstete Brot untermischen. Fertig, los... An heißen Tagen ein köstlicher Salat, der satt macht, ohne schwer zu sein. Und er erfrischt auch noch. Das geröstete Brot bekommt durch das Olivenöl ein feines, zusätzliches Aroma und ist einfach nur super knusprig - und das auch noch 2 Stunden später!
Dazu passt ein gut gekühlter Rosé und einem entspannten Terrassenabend steht nichts im Wege.

Dazu passt ein ebenso schlichtes wie feines Dessert. Auch die gebratenen Aprikosen mit Ricotta-Stracciatella leben vor allem von der Frische, Reife und Qualität. Reife Zuckeraprikosen sind dafür Ideal.

Zutaten: 500 gr reife Zuckeraprikosen, 2-3 EL Feinzucker, eine Msp. Bourbon-Vanille, 25 gr Butter, 250 gr Ricotta, 200 ml Schlagsahne, 50 gr Zartbitterschokolade

Zubereitumg: Aprikosen waschen, entkernen und die Hälften in 3-4 Scheiben schneiden (je nach Größe eben). Die Butter in der Pfanne auflösen, 2 EL Zucker einstreuen und auflösen. Dann 2-3 EL Wasser zugeben, kurz aufschäumen lassen und dann die vorbereiteten Aprikosen hineingeben. Kurz durchschwenken, für 2-3 Minuten in der Zucker-Butter Lösung anbraten. Sie sollen auf keinen Fall matschig werden, nur ein wenig angeschnort sein. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Schoki grob raspeln und mit dem Ricotta mischen. Die Sahne mit 1 EL Zucker steif schlagen und zusammen mit der Vanille unter die Ricotta Mischung ziehen.
Und weil das Auge mit isst, nehmen wir dann Gläser und schichten das Ganze hinein. Zunächst ein Löffel Aprikosen, dann unsere Stracciatellacreme, wieder Aprikosen, Creme und oben auf 1-2 Aprikosenstücke als Deko und von dem Aprikosensaft etwas darüber träufeln. Das kommt dann für 1-2 Stunden in den Kühlschrank.
Ein feiner Schmelz tut sich da auf, das anbraten der Früchte "kitzelt" das Fruchtaroma ganz heraus und die Creme mit den zartbitteren Schoko-Stückchen harmoniert damit wunderbar.

Auch dazu haben wir einen Rosé aus den Marken getrunken. Gut und günstig, wir haben noch ein paar Kistchen davon im Angebot: "Grotte sul Mare" - Marche Rosato IGT 2008